Zogen einst fünf wilde Schwäne

 
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 (Link)
https://www.youtube.com/watch?v=GqF7iex4sss
 Zogen einst fünf wilde Schwäne ist ein Volks- und Antikriegslied aus Westpreußen, Ostpreußen und dem Memelland.
 
 
Zogen einst fünf wilde Schwäne,
Schwäne leuchtend weiß und schön.
Zogen einst fünf wilde Schwäne,
Schwäne leuchtend weiß und schön.
„Sing, sing, was geschah?“
Keiner ward mehr gesehn, ja.
„Sing, sing, was geschah?“
Keiner ward mehr gesehn.

 
 
Wuchsen einst fünf junge Birken
grün und frisch an Bachesrand
Wuchsen einst fünf junge Birken
grün und frisch an Bachesrand
„Sing, sing, was geschah!“
Keine in Blüten stand, ja.
„Sing, sing, was geschah!“
Keine in Blüten stand.

 
Zogen einst fünf junge Burschen
stolz und kühn zum Kampf hinaus.
Zogen einst fünf junge Burschen
stolz und kühn zum Kampf hinaus.
„Sing, sing, was geschah?“
Keiner kehrt mehr nach Hause, ja.
„Sing, sing, was geschah?“
Keiner kehrt mehr nach Haus.


 

Wuchsen einst fünf junge Mädchen
schlank und schön am Memelstrand.
Wuchsen einst fünf junge Mädchen
schlank und schön am Memelstrand.
„Sing, sing, was geschah?“
Keine den Brautkranz wand, ja.
„Sing, sing, was geschah?“
Keine den Brautkranz wand.

 




otensonntag
Gedenktag
Tag
 der
 Stille

 
 
 


 




 
Ein Mädchen lief mit ihrer Großmutter durch das offene Land. Großmutter erzählte ihr oft Kurzgeschichten über die Wunder der Natur. Zusammen schauten sie sich eine Birke an. Erstaunt fragte das Mädchen: Warum hat der Baum so eine schöne weiße Rinde und warum hat er solche kleine Blättchen?
 Und Großmutter antwortete: Liebes Kind, daß sind sogar zwei Geschichten, hör mir zu.
 Und das Kind war ganz Ohr.
 
 
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Pflanzen und Tiere können nicht reden. Wir glauben
  daß sie immer mit alles einverstanden sind und immer glücklich sind. Aber dies ist nicht der Fall. Längst nicht alle Pflanzen und Tiere sind zufrieden über ihr Aussehen. Die Birke murrte mal über ihre kleine Blättchen. Lieber hätte sie solche große Blätter wie die Rosskastanie oder der Ahorn. Eine Fee die dieses Gemurr hörte, setzte sich auf einen der Äste und fragte was los war. Ich habe solche kleine gelbe Blättchen. Ich möchte gern große, goldene Blätter die glänzen in der Sonne, Blätter wo jeder voller Bewunderung hinschaut.
Gut sagte die Fee, wenn du daß möchtest, dann bekommst du sie Die Birke mit den goldenen Blättern war sehr glücklich. Ein paar Monate später flog die Fee an einer kahlen Birke entlang. Was ist los, wo sind deine goldene Blätter? fragte sie.
Die Menschen waren so begeistert von meinen goldenen Blättern, daß sie mich kahl gepflückt haben, schmollte die Birke.
Daß ist schlimm sagte die Fee, was möchtest du jetzt?
Und der Baum antwortete: Ich möchte gern große, gläserne Blätter die klingeln im Wind und funkeln im Sonnenlicht.
Gut, sagte die Fee, wenn du daß möchtest, dann bekommst du sie.
Die Birke mit den gläsernen Blättern war sehr glücklich. Ein paar Monate später flog die Fee an einer kahlen Birke entlang. Was ist los, wo sind deine gläserne Blätter? fragte sie. Während einer Hagelschauer sind all meine gläserne Blätter zerschmettert schmollte die Birke. Das ist traurig, sagte die Fee, was möchtest du jetzt? Und der Baum antwortete: Ich möchte gern meine Blättchen zurück. Keiner stiehlt sie, einen Hagelschauer und einen Sturm widerstehen sie.
Ja, darf ich meine eigene Blättchen zurück?
Gut, sagte die Fee, wenn du daß möchtest, bekommst du sie.
Und der Baum war sehr glücklich. Stolz auf ihre kleine Blättchen die im Wind lispelten.
 Stolz darauf daß das Sonnenlicht so schön spielte mit den
 zarten grünen Blättchen im Frühjahr und 
den sanften goldgelben Blättchen im Herbst.

 


“Aber Großmutter, warum hat die Birke so einen schönen, weißen Stamm?”
“Ja, Kind, daß ist eine andere Geschichte, hör mir zu,” und Großmutter erzählte:
Vor langer Zeit, als die Birke ihre kleine Blättchen wieder zurück bekommen hatte, stand sie im Garten von Job. Job war nicht nur ein reicher Mann, sondern auch ein ehrlicher Mensch. Er lebte völlig nach den Gesetzen seines jüdischen Glaubens. Gott war deshalb sehr stolz auf ihn. Eines Tages sagte der Teufel zu Gott “Ach, es ist für Job nicht leicht um gerecht und ehrlich zu sein. Er hat alles, was das Herz begehrt.
Warte nur, wenn er arm und häßlich ist, dann ist er bestimmt kein gerechter und ehrlicher Mensch mehr.”
Gott gab dem Teufel die Erlaubnis um Job zu erproben. Er wollte mal sehen ob er bei Krankheit und Armut auch aufrecht sein würde.
Der Teufel bewirkte daß er seinen Reichtum verlor. Pusteln und Geschwüren sorgten dafür daß er immer Schmerzen hatte und abscheulich ausschaute.
Lang war er arm, einsam und krank, aber stets blieb er ein ehrlicher und guter Mensch. Eines Tages sagte Gott zu Job daß es reichte und daß er wieder normal leben könnte. Job war so froh daß er zu seiner Frau rannte um ihr die gute Nachricht zu erzählen. Gerade in diesem Moment kam sie mit einer Kanne gekochter Milch nach draußen und sie prallten aufeinander. Die Kanne flog aus ihren Händen und klirrte gegen die Birke auf dem Innenhof.  Und weil die Milch gerade gekocht war,
kann man sehen daß der Baum sich noch immer schält.
Von diesem Tag an

hat die Birke eine milchweiße Rinde.

 

 
 
 
 
 
 
 

 
 
                           es waren Engel auf der Reise.




Still, still =
 
es waren Engel auf der Reise.
Sie wollten ganz kurz bei euch sein,
warum sie gingen, weiß Gott allein.
Sie kamen von Gott, dort sind sie wieder.
Wollten nicht auf unsere Erde nieder.
Ein Hauch nur bleibt von ihnen zurück,
in eurem Herzen ein großes Stück.
Sie werden jetzt immer bei euch sein,
vergesst sie nicht, sie waren so klein.
Geht nun ein Wind, an mildem Tag,
so denkt, es war ihr Flügelschlag.
Und ihr fragt, wo mögen sie sein?
Ein kleiner Engel ist niemals allein.
Sie können jetzt alle Farben sehn,
und barfuß durch die Wolken gehn.
Und wenn ihr sie auch so sehr vermisst,
und weint, weil sie nicht bei euch sind,
so denkt, im Himmel, wo es sie nun gibt,
erzählen sie stolz:

Wir werden geliebt.

 
       Autor unbekannt
 
 

 
 















 

 
 


 
 









 
 

         
 





Das Gesicht
 Der 
   Welt
 

 







 








         Herbst








                                                             Blätter - Kinder
 

                                                                                                                                                                                                                       



                                                                                                                                                    PHOTOS Jasmin    


                                                                                                                                                                                                           
 
 
 

„Es gibt eine Stille des Herbstes bis in die Farben hinein.“

 
                        Hugo von Hofmannsthal, 1874-1929





 








      Bäume, sind Heiligtümer

 
 
 
 Wer mit ihnen zu sprechen, wer ihnen zuzuhören weiß,
der erfährt die Wahrheit. Sie predigen nicht Lehren und Rezepte,
 sie predigen, um das einzelne unbekümmert,
das Ur-Gesetz des Lebens.

 
Ein Baum spricht: In mir ist ein Kern, ein Funke, ein Gedanke verborgen,
ich bin Leben vom ewigen Leben.
Einmalig ist der Versuch und Wurf, den die ewige Mutter mit mir gewagt hat.
Einmalig ist meine Gestalt und das Geäder meiner Haut;
einmalig das kleinste Blätterspiel meines Wipfels
und die kleinste Narbe meiner Rinde.
 

Mein Amt ist, im ausgeprägten Einmaligen das Ewige zu gestalten und zu zeigen.
 
Ein Baum spricht: Meine Kraft ist das Vertrauen.
Ich weiß nichts von den tausend Kindern, die in jedem Jahr aus mir entstehen.
Ich lebe das Geheimnis meines Samens zu Ende, nichts anderes ist meine Sorge.
Ich vertraue, dass Gott in mir ist.
 Ich vertraue, dass meine Aufgabe heilig ist.
Aus diesem Vertrauen lebe ich.
 
 
Wenn wir traurig sind und das Leben nicht mehr gut ertragen können,
dann kann ein Baum sprechen:
Sei still! Sieh mich an!
 Leben ist nicht leicht, leben ist nicht schwer!
Das sind Kindergedanken. 


 

                                                           

                                                                                                                                                                                                                            PHOTOS Jasmin
 
Bäume haben lange Gedanken, langatmige und ruhige,
wie sie ein längeres Leben haben als wir.

                            Hermann Hesse



 













Hei Jo Hei Jo ein Vugelbärbaam
 
Kan schinnern Baam gibt's wie an Vugelbärbaam,
Vugelbärbaam, Vugelbärbaam.
Es werd a su leicht net an schinnern Baam gam,
schinnern Baam gam, ei-jo!
Ei-jo, ei-jo, an Vugelbärbaam,
an Vugelbärbaam, an Vugelbärbaam.


      Ei-jo, ei-jo, an Vugelbärbaam,
an Vugelbärbaam, ei - jo !





 

     
Beim Kannr sei Haus stieht a Vugelbärbaam,
Vugelbärbaam, Vugelbärbaam.
da sitzt unsern Kannr sei Weibse drnan,
Weibse drnan, ei-jo!
Ei-jo, ei-jo, an Vugelbärbaam,
an Vugelbärbaam, an Vugelbärbaam.


      Ei-jo, ei-jo, an Vugelbärbaam,
an Vugelbärbaam, ei - jo !

 

 



      No laß se nar sitzn, so schläft jo drbei,
Vugelbärbaam, Vugelbärbaam.
un hot se's verschlofn, so hol mersch no ei,
hol mersch no ei, ei-jo!
Ei-jo, ei-jo, an Vugelbärbaam,
an Vugelbärbaam, an Vugelbärbaam.


      Ei-jo, ei-jo, an Vugelbärbaam,
an Vugelbärbaam, ei - jo !


 

 
 
 

     
Un wenn i g'storm bin, i wersch net derlam,
Vugelbärbaam, Vugelbärbaam.
do pflanzt uf mein Graba an Vugelbärbaam,
Vugelbärbaam, ei-jo!
Ei-jo, ei-jo, an Vugelbärbaam,
an Vugelbärbaam, an Vugelbärbaam.


      Ei-jo, ei-jo, an Vugelbärbaam,
an Vugelbärbaam, ei - jo !



 



      Denn kan schinnern Baam gibt's wie an Vugelbärbaam,
Vugelbärbaam, Vugelbärbaam.
Es wärd a su leicht net an schinnern Baam gam,
Schinnern Baam gam, ei-jo!
Ei-jo, ei-jo, an Vugelbärbaam,
an Vugelbärbaam, an Vugelbärbaam.


      Ei-jo, ei-jo, an Vugelbärbaam,
an Vugelbärbaam, ei - jo !






 









      Sonne  und der Wind






 
 
 
 
mein altes Puppenkind Charlotte.
 
 
 

 
 
 
 







Das Gute und das Böse

Bereits zu Anbeginn aller Zeiten existierten das Gute 

und das Böse





 Das Gute und das Böse, als gegensätzliche Prinzipien, noch bevor die Welt oder ihre Götter entstanden waren.
Aber noch gab es keinen Konflikt zwischen ihnen, denn worum hätten sie streiten sollen?
Der Kampf zwischen Gut und Böse entbrannte, als sich langsam unsere Welt aus dem Nichts formte.





Das Böse suchte über die Welt zu herrschen, und das Gute suchte es daran zu hindern.
 Der Kampf wurde zunächst auf der Erde ausgetragen, denn es fanden sich für beide Seiten mächtige Kämpfer,
 Aus jener Zeit entspringen all die alten Sagen vom Kampf des Guten gegen das Böse.




Aber bald schon wurde der Widerstreit erbitterter und wurde in höhere Sphären getragen,
 bis sich schließlich das Gute und das Böse in reiner Essenz gegenüberstanden.
Da sammelten sie noch einmal all ihre Kräfte für das letzte große Zusammentreffen.
Sie flogen aufeinander zu mit großer Geschwindigkeit und konzentrierter Energie, wie zwei Autos bei einem Frontalzusammenstoß mit 150 km/h.
Kurz vor dem Aufprall schien sich die Zeit zu verlangsamen, und in einer gigantischen Supernova zersplitterten Gut und Böse in Millionen und Abermillionen von kleinen und kleinsten Kristallen.
Die Kristalle des Guten waren wie schimmernder Tau,
wie eine Handvoll Quellwassers mit einem Tropfen Milch.
 
 
 
 
 
 Die Kristalle des Bösen
aber waren wie schwarze Edelsteine,
 funkelnd und scharf.
 
Und in einem ungeheuren Regen, schön und schrecklich zugleich,
fielen die glitzernden Splitter hinab auf
die junge, noch formbare Welt,
 und in jedes Wesen und in jede Existenz fielen die Kristalle
und wurden ewiglich eins mit der Materie.
 
In allem waren nun Kristalle von
 und darum trägt nun jeder Mensch Gut und Böse in sich,
vielleicht von dem einen mehr und von dem anderen weniger.

 
                                           Nirkebes Kinder