Engel
 

 
 
 
 
 



       Die Engel


Sie haben alle müde Münde
und helle Seelen ohne Saum.
Und eine Sehnsucht (wie nach Sünde)
geht ihnen manchmal durch den Traum.


Fast gleichen sie einander alle;
in Gottes Gärten schweigen sie,
wie viele, viele Intervalle
in seiner Macht und Melodie.






Nur wenn sie ihre Flügel breiten,
sind sie die Wecker eines Winds:
als ginge Gott mit seinen weiten
Bildhauerhänden durch die Seiten
im dunklen Buch des Anbeginns.
 
                 Rainer Maria Rilke
 
 
 
 
 
 








     Irischer Segenswunsch
 
 
 
 
 
 
Möge der betörende Duft

 
einer Sommerwiese


 

deine Sinne  

erfrischen



 und dich daran erinnern,


 
dass du ein Kind dieser Erde

bist.
 

 
         Irischer Segenswunsch.

 
 
 
 
 
 






 
 
Puppen weinen nicht

 
zart und ohne Makel Ihr Gesicht
Sitzend auf der Fensterbank im fahlen Mondlicht
Verfolgt alles Geschehene ohne Emotionen
Ohne jegliche Regung möcht ich betonen

An Tagen, an denen uns Schreckliches betäubt
Das Schicksal seine Dunkelheit zerstäubt
Man sich in Ohnmacht vor dem Teufel verbeugt
Sitzt Sie immer noch dort am Fenster und lächelt

Sie ist die Zuhörerin, die Dich nie unterbricht
An Tagen voll Tränen die Göttin im Licht
Tiefschwarze Augen, ein Blick der sehr sticht
Von Anfang an war ich auf Sie erpicht



Ich nähe Ihr Kleider aus einfachen Sachen
Ihr gefällt Es, Sie schenkt mir ein lachen
Das allein kann seliges Glück entfachen
Eine kleine Welt zum Garten Eden machen

Die Jahre gehen ins Land, Sie altert nicht
Hat wie damals noch immer das Lächeln im Gesicht
Meine Tränen berühren manchmal Ihr Kleid
Sei es aus Trauer oder nach Streit

Kinder hungern, Kinder sterben
So viele Menschen sich beklagen
Auch wenn es uns nicht selbst widerfährt
Ist Es doch oft auch eine Träne wert

Sei Es im Schatten oder im Licht
Ihr hübsches Lächeln vergisst Sie nicht
Brutal diese Welt, die fast zerbricht
Doch Puppen, das weiß ich, weinen nicht.
 
 
                   Sebastian Grund 



 









                            Wer, hat die schönsten Schäfchen?








Wer hat die schönsten Schäfchen?
Die hat der goldne Mond,
Der hinter unsern Bäumen
Am Himmel droben wohnt.
 
 
 
 
Er kommt am späten Abend,
Wenn alles schlafen will,
Hervor aus seinem Hause
Zum Himmel leis und still.
 
 
 
 
Dann weidet er die Schäfchen
Auf seiner blauen Flur:
Denn all die weißen Sterne
Sind seine Schäfchen nur.
 
 
                                                                                                                                                                 PHOTOS  Jasmin



 
 
 
 
 
 
 
 
 
                                                                                                                                pHOTOS Jasmin
 

 
 
 



 





    Es gibt Menschen, die mit Freude geben



 
und diese Freude ist ihr Lohn.

 

Sie geben, wie im Tal dort drüben
 
die Myrte ihren Duft verströmt.
 
 
                                                                                                                                                                                                                          pHOTOS  Jasmin
   

                                                                                                                                                                                                                                    

Durch die Hände solcher Menschen spricht Gott


zu uns

 

 
 
und durch ihre Augen lächelt er auf die Welt.

 

                         Khalil Gibran
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

      Die
              Kochmamsell
 
 
 
In
der Küche
 
Es fällt in Deine Küche
Ein wandernder Sonnenstrahl;
Ich sitze still am Tische,
Und Du bereitest das Mahl.

Hochglühen Deine Wangen,
Tust alles mit Lust  für mich,
- Deine Schürze ist aufgegangen,
Wer denkt wohl jetzt an Dich? -
 
 

 
 

 
Fühlst mich gegenwärtig!
Und bist so hold verwirrt;
Du eilst. - Schon bist Du fertig,
Und Glass und Teller klirrt.

Ans Fenster die Vögel  fliegen,
Unsre Stühle so dicht,
Das Glück  in Deinen Zügen,
Einfach das Gericht.
 
 
 
                                                                                                                                                            

Und wir von Gold umsponnen,
Und unsre Herzen so weit –
Und sich so einig gesonnen –
Das nennen sie"arme Leut'".

                Leo Sternberg 1876 -1937
 
 
 

 










  Blauer Mohn



 
 


 
 
 
 
                                                                                                                            pHOTOS  Jasmin
 
 
 
Es ist eine Verwandtschaft zwischen den glücklichen Gedanken

und den Gaben des Augenblicks:

Beide fallen vom Himmel.
 

            Friedrich von Schiller

 
 

 









 
 
 
 
Gut backen im eigenen Herd!

Schlesischer Mohnstriezel
Schriftenreihe für das praktische Hausmütterchen
Praktische Winke

Bewährte Rezepte für Hefe-und Backpulverkuchen, Schmalzgebäck,
 Kleingebäck, Mürb-und Quarkgebäck, Strudel,
Schmalzgebäck, u. dgl. sowie ostmärkische Spezialitäten

 
 
Leipzig: [1936], Beyer-Verlag, 1936
Preis 20 Pf.
 
 
            Zutaten zum Teig: 500 g Mehl, etwa 1/8 l Milch,
            100 g Butter, 100 g Zucker, 30 g Hefe,
            1 -2 Eier, 1 Prise Salz.
            Zutaten zur Füllung: 25 g Butter, 250 g Mohn
            Blau oder weiß, 125 g Zucker, 2 Eier,
            1/8 Pfd. Sultaninen, 1/8 Pfd. Korinthen, etwas Zimt, Zitronensaft.
 
 

 

Zubereitung des Teiges wie beim Apfelkuchen

 Während der Teig geht, brüht man den Mohn mit kochenden Wasser
 und läßt ihn abtropfen. Man reibt ihn am Besten in einer mit Rillen versehenen Reibeschüssel, bis der milchige Mohnsaft heraustritt.
Dann erst werden Zucker, Eier, etwas Zimt und Zitronensaft hinzugefügt und alles unter ständigen Rühren zu dicken Brei gebunden.
Man gibt zuletzt die Rosinen und Korinthen dazu und es kann auch mit etwas Rum abgeschmeckt werden.




Die Mohnfülle wird auf den leicht ausgerollten Teig gestrichen,
das Ganze in Form einer Stolle zusammengerollt und im Ofen durchgebacken.
Man kann eine Zuckerglasur über den fertigen Kuchen geben oder ihn mit
Puderzucker bestreuen.
 


 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Über Wiesen und Felder.
 


Mohnblumen

Mohnblume, sanft und schön,
strahlend rot wiegst Du dich im Wind.
Mohnblume, zart und weich,
keine andere kommt Dir gleich.
Mohnblume, in grün und rot,
Gedenkblume für den kriegerischen Tod
Mohnblume, auf Wiese und Feld,
Gedanken an meine Kinderwelt.
Mohnblume, sanft und schön,
jeden Sommer möchte ich Dich wieder seh'n.

                 ©Luna
 

 
 
 
Mohnblumen sanft und schön.