Sonne  und der Wind






 
 
 
 
mein altes Puppenkind Charlotte.
 
 
 

 
 
 
 







Das Gute und das Böse

Bereits zu Anbeginn aller Zeiten existierten das Gute 

und das Böse





 Das Gute und das Böse, als gegensätzliche Prinzipien, noch bevor die Welt oder ihre Götter entstanden waren.
Aber noch gab es keinen Konflikt zwischen ihnen, denn worum hätten sie streiten sollen?
Der Kampf zwischen Gut und Böse entbrannte, als sich langsam unsere Welt aus dem Nichts formte.





Das Böse suchte über die Welt zu herrschen, und das Gute suchte es daran zu hindern.
 Der Kampf wurde zunächst auf der Erde ausgetragen, denn es fanden sich für beide Seiten mächtige Kämpfer,
 Aus jener Zeit entspringen all die alten Sagen vom Kampf des Guten gegen das Böse.




Aber bald schon wurde der Widerstreit erbitterter und wurde in höhere Sphären getragen,
 bis sich schließlich das Gute und das Böse in reiner Essenz gegenüberstanden.
Da sammelten sie noch einmal all ihre Kräfte für das letzte große Zusammentreffen.
Sie flogen aufeinander zu mit großer Geschwindigkeit und konzentrierter Energie, wie zwei Autos bei einem Frontalzusammenstoß mit 150 km/h.
Kurz vor dem Aufprall schien sich die Zeit zu verlangsamen, und in einer gigantischen Supernova zersplitterten Gut und Böse in Millionen und Abermillionen von kleinen und kleinsten Kristallen.
Die Kristalle des Guten waren wie schimmernder Tau,
wie eine Handvoll Quellwassers mit einem Tropfen Milch.
 
 
 
 
 
 Die Kristalle des Bösen
aber waren wie schwarze Edelsteine,
 funkelnd und scharf.
 
Und in einem ungeheuren Regen, schön und schrecklich zugleich,
fielen die glitzernden Splitter hinab auf
die junge, noch formbare Welt,
 und in jedes Wesen und in jede Existenz fielen die Kristalle
und wurden ewiglich eins mit der Materie.
 
In allem waren nun Kristalle von
 und darum trägt nun jeder Mensch Gut und Böse in sich,
vielleicht von dem einen mehr und von dem anderen weniger.

 
                                           Nirkebes Kinder





 











D A S

Narrenschiff


Das Quecksilber fällt, die Zeichen stehen auf Sturm
Nur blödes Kichern und Keifen vom Kommandoturm
Und ein dumpfes Mahlen grollt aus der Maschine
Und Rollen und Stampfen und schwere See
Die Bordkapelle spielt: Humbatätärä
Und ein irres Lachen dringt aus der Latrine
Die Ladung ist faul, die Papiere fingiert
Die Lenzpumpen leck und die Schotten blockiert
Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: http://mail.yimg.com/us.yimg.com/i/mesg/tsmileys2/40.gifDie Luken weit offen und alle Alarmglocken läuten
Die Seen schlagen mannshoch in den Laderaum
Und Elmsfeuer züngeln vom Ladebaum
Doch keiner an Bord vermag die Zeichen zu deuten
Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken
Die Mannschaft, lauter meineidige Halunken
Der Funker zu feig um SOS zu funken
Klabautermann führt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus und Kurs aufs Riff!





 
Am Horizont Wetterleuchten - die Zeichen der Zeit:
Niedertracht und Raffsucht und Eitelkeit
Auf der Brücke tummeln sich Tölpel und Einfallspinsel
Im Trüben fischt der scharfgezahnte Hai
Bringt seinen Fang ins Trockne, an der Steuer vorbei
Auf die Sandbank bei der wohlbekannten Schatzinsel
Die andern Geldwäscher und Zuhälter, die warten schon
Bordellkönig, Spielautomatenbaron
Im hellen Licht, niemand muss sich im Dunklen rumdrücken
In der Bananenrepublik wo selbst der Präsident
Die Scham verloren hat und keine Skrupel kennt
Sich mit dem Steuerdieb im Gefolge zu schmücken
Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken
Die Mannschaft, lauter meineidige Halunken
Der Funker zu feig um SOS zu funken
Klabautermann führt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus und Kurs aufs Riff!

 
 
Man hat sich glattgemacht, man hat sich arrangiert
All die hohen Ideale sind havariert
Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: http://mail.yimg.com/us.yimg.com/i/mesg/tsmileys2/40.gifUnd der große Rebell, der nicht müd wurde zu Streiten
Mutiert zu einem servilen, giftigen Gnom
Und singt lammfromm vor dem schlimmen alten Mann in Rom
Seine Lieder, fürwahr! Es ändern sich die Zeiten
Einst junge Wilde sind gefügig, fromm und zahm
Gekauft, narkotisiert und flügellahm
Tauschen Samtpfötchen für die einst so scharfen Klauen
Und eitle Greise präsentieren sich keck
Mit immer viel zu jungen Frauen auf dem Oberdeck
Die ihre schlaffen Glieder wärmen und ihnen das Essen vorkauen!
Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken
Die Mannschaft, lauter meineidige Halunken
Der Funker zu feig um SOS zu funken
Klabautermann führt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus und Kurs aufs Riff!




 

Sie rüsten gegen den Feind, doch der Feind ist längst hier
er hat die Hand an deiner Gurgel, er steht hinter dir
Im Schutz der Paragraphen mischt er die gezinkten Karten
Jeder kann es sehen, aber alle sehen weg
Und der Dunkelmann kommt aus seinem Versteck
Und dealt unter aller Augen vor dem Kindergarten
Der Ausguck ruft vom höchsten Mast: Endzeit in Sicht!
Doch sie sind wie versteinert und sie hören ihn nicht
Sie ziehen wie Lemminge in willenlosen Horden
Es ist als hätten alle den Verstand verloren
Sich zum Niedergang und zum Verfall verschworen
Und ein Irrlicht ist ihr Leuchtfeuer geworden
 
Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: http://mail.yimg.com/us.yimg.com/i/mesg/tsmileys2/40.gif
Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: http://mail.yimg.com/us.yimg.com/i/mesg/tsmileys2/40.gif






               Engel
 

 
 
 
 
 



       Die Engel


Sie haben alle müde Münde
und helle Seelen ohne Saum.
Und eine Sehnsucht (wie nach Sünde)
geht ihnen manchmal durch den Traum.


Fast gleichen sie einander alle;
in Gottes Gärten schweigen sie,
wie viele, viele Intervalle
in seiner Macht und Melodie.






Nur wenn sie ihre Flügel breiten,
sind sie die Wecker eines Winds:
als ginge Gott mit seinen weiten
Bildhauerhänden durch die Seiten
im dunklen Buch des Anbeginns.
 
                 Rainer Maria Rilke
 
 
 
 
 
 








     Irischer Segenswunsch
 
 
 
 
 
 
Möge der betörende Duft

 
einer Sommerwiese


 

deine Sinne  

erfrischen



 und dich daran erinnern,


 
dass du ein Kind dieser Erde

bist.
 

 
         Irischer Segenswunsch.

 
 
 
 
 
 





meine kleine alte Anastacia

 
 
Puppen weinen nicht

 
zart und ohne Makel Ihr Gesicht
Sitzend auf der Fensterbank im fahlen Mondlicht
Verfolgt alles Geschehene ohne Emotionen
Ohne jegliche Regung möcht ich betonen

An Tagen, an denen uns Schreckliches betäubt
Das Schicksal seine Dunkelheit zerstäubt
Man sich in Ohnmacht vor dem Teufel verbeugt
Sitzt Sie immer noch dort am Fenster und lächelt

Sie ist die Zuhörerin, die Dich nie unterbricht
An Tagen voll Tränen die Göttin im Licht
Tiefschwarze Augen, ein Blick der sehr sticht
Von Anfang an war ich auf Sie erpicht



Ich nähe Ihr Kleider aus einfachen Sachen
Ihr gefällt Es, Sie schenkt mir ein lachen
Das allein kann seliges Glück entfachen
Eine kleine Welt zum Garten Eden machen

Die Jahre gehen ins Land, Sie altert nicht
Hat wie damals noch immer das Lächeln im Gesicht
Meine Tränen berühren manchmal Ihr Kleid
Sei es aus Trauer oder nach Streit

Kinder hungern, Kinder sterben
So viele Menschen sich beklagen
Auch wenn es uns nicht selbst widerfährt
Ist Es doch oft auch eine Träne wert

Sei Es im Schatten oder im Licht
Ihr hübsches Lächeln vergisst Sie nicht
Brutal diese Welt, die fast zerbricht
Doch Puppen, das weiß ich, weinen nicht.
 
 
                   Sebastian Grund 



 









                            Wer, hat die schönsten Schäfchen?








Wer hat die schönsten Schäfchen?
Die hat der goldne Mond,
Der hinter unsern Bäumen
Am Himmel droben wohnt.
 
 
 
 
Er kommt am späten Abend,
Wenn alles schlafen will,
Hervor aus seinem Hause
Zum Himmel leis und still.
 
 
 
 
Dann weidet er die Schäfchen
Auf seiner blauen Flur:
Denn all die weißen Sterne
Sind seine Schäfchen nur.
 
 
                                                                                                                                                                 PHOTOS  Jasmin



 
 
 
 
 
 
 
 
 
                                                                                                                                pHOTOS Jasmin
 

 
 
 



 





    Es gibt Menschen, die mit Freude geben



 
und diese Freude ist ihr Lohn.

 

Sie geben, wie im Tal dort drüben
 
die Myrte ihren Duft verströmt.
 
 
                                                                                                                                                                                                                          pHOTOS  Jasmin
   

                                                                                                                                                                                                                                    

Durch die Hände solcher Menschen spricht Gott


zu uns

 

 
 
und durch ihre Augen lächelt er auf die Welt.

 

                         Khalil Gibran
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

      Die
              Kochmamsell
 
 
 
In
der Küche
 
Es fällt in Deine Küche
Ein wandernder Sonnenstrahl;
Ich sitze still am Tische,
Und Du bereitest das Mahl.

Hochglühen Deine Wangen,
Tust alles mit Lust  für mich,
- Deine Schürze ist aufgegangen,
Wer denkt wohl jetzt an Dich? -
 
 

 
 

 
Fühlst mich gegenwärtig!
Und bist so hold verwirrt;
Du eilst. - Schon bist Du fertig,
Und Glass und Teller klirrt.

Ans Fenster die Vögel  fliegen,
Unsre Stühle so dicht,
Das Glück  in Deinen Zügen,
Einfach das Gericht.
 
 
 
                                                                                                                                                            

Und wir von Gold umsponnen,
Und unsre Herzen so weit –
Und sich so einig gesonnen –
Das nennen sie"arme Leut'".

                Leo Sternberg 1876 -1937