Was kann wohl schöner sein?

 


Da grünt und blüht es weit und breit

 
 
 im goldnen Sonnenschein.


 
 
 
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Der Frühling ist die schönste Zeit!
Was kann wohl schöner sein?
Da grünt und blüht es weit und breit
im goldnen Sonnenschein.

Am Berghang schmilzt der letzte Schnee,
Das Bächlein rauscht zu Tal,
Es grünt die Saat, es blinkt der See
Im Frühlingssonnenstrahl.

Die Lerchen singen überall,
Die Amsel schlägt im Wald!
Nun kommt die liebe Nachtigall
Und auch der Kuckuck bald.

Nun jauchzet alles weit und breit,
Da stimmen froh wir ein:
Der Frühling ist die schönste Zeit!
Was kann wohl schöner sein?

 
                         Annette von Droste-Hülshoff 1797-1848  



 








 




 Wenn Du gehst auf Frühlingswiesen

 die Sonne lacht auf Feld und Wald






 wenn Du siehst, wie Knospen sprießen

 hörst, wenn Kuckucks Ruf erschallt

 wenn Du singst aus voller Kehle

 Blumendüfte atmest ein


 


 
 wenn Du jauchzt aus voller Seele

 springest über Strauch und Stein

 wenn keimet in Dir das Erwachen

 und Du schaust in dich hinein

 ob die Wahrheit ist entfachet

 ob Du's wert bist, Mensch zu sein



mmm


 wenn Du Blumen kannst verstehen

 mit dem Wurm am Boden sprichst

 erkennst das Werden und Vergehen

 dann in Dir auch Frühling ist

 
                  Hermann Fritz 1944
 


 











 
Die Blümelein, sie schlafen
Brahms/Goethe
 

 
Die Blümelein, sie schlafen schon längst im´Mondenschein`,
sie nicken mit den Köpfchen auf ihren Stängelein.
Es rüttelt sich der Blütenbaum, er säuselt wie im Traum.
Schlafe, schlafe, schlaf du, mein Kindelein!



Die Vögelein, sie sangen so süß im `Sonnenschein`,
sie sind zur Ruh gegangen in ihre Nestchen klein.
Das Heimchen in dem Ährengrund, es tut allein sich kund:
Schlafe, schlafe, schlaf du, mein Kindelein!



 
 



Sandmännchen kommt geschlichen und guckt durchs Fensterlein,
ob irgend noch ein Liebchen nicht mag zu Bette sein.
Und wo er nur ein Kindchen fand, streut er ins Aug' ihm Sand.
Schlafe, schlafe, schlaf du, mein Kindelein!


Sandmännchen aus dem Zimmer, es schläft mein Herzchen fein,
es ist gar fest verschlossen schon sein Guckäugelein.
Es leuchtet morgen mir; willkomm' das Äugelein so fromm!
Schlafe, schlafe, schlaf du, mein Kindelein!






 
 

Die Melodie des Liedes geht zurück auf eine alte Weise von 1697, die Anton Wilhelm von Zuccalmaglio (1803-1869)
 für seine Liedersammlung 1840 umgestaltete.
Das im romantischen Geist geschriebene Lied „Die Blümelein sie schlafen“,
 fand in Johannes Brahms einen großen Bewunderer.
 Als Klavierlied eingerichtet erschien es 1858,  er widmete es den Kindern
Clara und Robert Schumann.




 
 
 
 
 
 
 

Du musst immer die Wahrheit sagen,
sagte man mir, als ich klein war.



 
 

 
 
 
 
 
 
Ich sagte die Wahrheit
und wurde ausgelacht.


 


Ich sagte die Wahrheit
und wurde geschlagen.



 


Ich sagte die Wahrheit
und wurde beschimpft.



 

 


Ich merkte:
es gibt verschiedene Wahrheiten.


Meine und deine.

Welche gilt?

Ich weiß es nicht.


Doch lernte ich, vorsichtig
umzugehen mit der Wahrheit
der anderen
und meine nicht zu verleugnen.
 

              © P.Eitner