Am Meer








Wir gehen am Meer im tiefen Sand 

Wir gehen am Meer im tiefen Sand,
Die Schritte schwer und Hand in Hand.

Das Meer geht ungeheuer mit,
Wir werden kleiner mit jedem Schritt.


 


Wir werden endlich winzig klein
Und treten in eine Muschel ein.

 
 

Hier wollen wir tief wie Perlen ruhn,
Und werden stets schöner, wie die Perlen tun.
 
 
                  Max Dauthendey (1867 – 1918)
 


 


Wiegenlied








 
 
Wiegenlied, in der Nacht an ihrem Fenster.

 


Geht schlafen - so eindringlichen Traum.

Weil Träume kein Zufall.



 
Danke für Brot, für Salz,

 



                                                              für die Blumen.
Je stärker sie im Schnee im Winter schlafen - je dicker die Sommergärten.

 
 

In den Gärten die Blumen blühen.
 


 


Anno


 
 

 
 
 Zwar Wintertage haben
 wohl auch der Freuden viel:
 Man kann im Schnee frisch traben
 und treibt manch‘ Abendspiel.
 Baut Häuserchen von Karten,
 spielt Blinde Kuh und Pfand,
 auch gibt’s wohl Schlittenfahrten
 auf’s liebe freie Land.

 
 Doch wenn die Vöglein singen
 und wir dann froh und flink
 auf grünem Rasen springen,
 das ist ein ander‘ Ding!
 Jetzt muss mein Steckenpferdchen
 dort in dem Winkel stehn,
 denn draußen in dem Gärtchen
 kann man vor Schmutz nicht gehen.



 
 
 Komm‘ mach‘ es bald gelinder,
 dass alles wieder blüht,
 Dann wird das Fleh’n der Kinder
 ein lautes Jubellied.
 O komm‘ und bring‘ uns allen
 die lieben Veilchen mit,
 bring‘ Ros‘ und Nachtigallen
 und viele Kuckucks Lied. 

 
(Ein altes Lied,
Text: Christian Adolf Overbeck, Melodie: Wolfgang Amadeus Mozart)
 
 




27.  kleiner Kommentar Link von Anne.
Liebe Jasmin, ich liebe diese wunderschönen Lieder. Du hast sie wieder mit zauberhaften Bildern versehen. Ich danke Dir, es ist immer ein Erlebnis, Deine feine Art der Gestaltung. Ich wünsche Dir eine schöne Woche. Liebe Grüße von Anne
 
 
 



 
 
 

Was kann wohl schöner sein?

 


Da grünt und blüht es weit und breit

 
 
 im goldnen Sonnenschein.
 
 
f

 


 
 
Der Frühling ist die schönste Zeit!
Was kann wohl schöner sein?
Da grünt und blüht es weit und breit
im goldnen Sonnenschein.

Am Berghang schmilzt der letzte Schnee,
Das Bächlein rauscht zu Tal,
Es grünt die Saat, es blinkt der See
Im Frühlingssonnenstrahl.

Die Lerchen singen überall,
Die Amsel schlägt im Wald!
Nun kommt die liebe Nachtigall
Und auch der Kuckuck bald.

Nun jauchzet alles weit und breit,
Da stimmen froh wir ein:
Der Frühling ist die schönste Zeit!
Was kann wohl schöner sein?

 
                         Annette von Droste-Hülshoff 1797-1848